10. September 2020

Ein Beitrag von Klaus Brinkmann

Florian Preusse (NABU-Kreisvorsitzender) war der Einladung des Gifhorner ÖDP-Ortsverbandes gerne gefolgt. Zu Beginn seines Referats zum Thema Insektensterben seine persönliche Vorstellung. Er stapelt tief. Man merkt sofort, da ist viel Wissen, da ist ganz viel Engagement. Ein bodenständiger Mensch, nehme ich für mich mit. Aber auch ein Realist - vor allem aber ein Idealist. Er brennt für seine Themen.

Immer wieder ertönt ein „Aha“, und „Ach so?!“ aus den Reihen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Florian Preusse versteht es die Menschen anzusprechen. Sein Beitrag ist mit viel Fachwissen und Liebe zusammengestellt. Und seine Texte in der Form, dass sie jeder verstehen kann.

Dafür erhält er eine Menge Applaus am Ende seines Referats. In der sich anschließenden Diskussion melden sich auch einige Landwirte zu Wort. Zum Thema "Volksbegehren Artenschutz". Ein sympathischer Mittvierziger sticht besonders hervor. Auch er ein Idealist. Auch er ein Fachmann auf seinem Gebiet. Und ein Familienvater. Einer der sich wünscht, dass auch seine Kinder mal mit genauso viel Herzblut in der Landwirtschaft dabei sind wie er es ist.

Die Worte des Landwirtes erreichen die ZuhörerInnen. Sie erreichen auch Florian Preusse. Dankbar nimmt dieser den Faden auf. Er freut sich über den offenen Dialog der hier entsteht. Ein Dialog, der auch wirklich einer ist. Und der so ganz anders ist als so mancher Hetzbeitrag von sogenannten Fachleuten in den sozialen Medien. Beide Seiten sehen hier die Situation der jeweils anderen. Und beide wissen; es geht hier nur gemeinsam.

Ich betrachte das Fazit dieses spannenden und emotionalen Dialoges: Der NABU und die Landwirte wollen Partner sein. Artenschutz geht nur mit der Landwirtschaft. Und in die Zukunft gerichtete Landwirtschaft geht nur mit Artenschutz.

Unsere Landwirte wollen aber auch eine ehrliche Lobby. Sie wollen keine Zerrbilder übergestülpt bekommen.

Die Besucher des Themenabends sind dankbar für den offenen und fairen Dialog. Hier bekommen sie objektive Informationen. Hier, wo die Landwirte mit dem Diplombiologen zusammenstehen. Sie sehen ein freundliches aufeinander zugehen. Und sie erkennen, dass ein Volksbegehren so lange notwendig ist, bis der „Niedersächsische Weg“ in ordentliche Gesetze mündet. Gesetze, welche eine ehrliche Symbiose der Landwirtschaft mit dem Artenschutz ermöglicht. Gesetze, welche unsere regionale Landwirtschaft finanziell nicht weiter an die Wand fahren lässt. Die ihr Raum bietet. Und in der die Kinder stolz darauf sind, den Trecker von Papa weiterfahren zu dürfen...